Raiffeisenbanken bieten mehr digitalen Service

Wirtschaft. Kunden können nun auch per PC Konten eröffnen und Kredite abschließen. Die drei Banken des Landkreisverbunds unterhalten weiter 27 Filialen.

Die Vorstände der Raiffeisenbanken Neumarkt, Parsberg und Berching-Freystadt-Mühlhausen ziehen Bilanz.

Neumarkter Tagblatt vom 22.04.2017

Neumarkt. Die drei Raiffeisenbanken im Landkreis Neumarkt blieben im Jahr 2016 auf Wachstumskurs. “Dank großer Anstrengungen expandierten sie im Firmen- und Privatkundengeschäft”, heißt es in einer Presseerklärung vom Freitag. Solide Erträge und eine starke Kapitalbasis belegten, dass die genossenschaftlichen Institute der andauernden Niedrigzinspolitik sowie dem hohen Regulierungsdruck gewachsen seien.
Im Geschäftsjahr 2016 stiegen die Bilanzsummen der Banken insgesamt um 85 Millionen Euro (5,2 Prozent) auf 1,72 Milliarden Euro. Damit konnten die örtlichen Raiffeisenbanken das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr nochmals steigern. Auch der Bestand an ausgereichten Krediten verzeichnete ein kräftiges Plus um 61 Millionen Euro (8,05 Prozent) auf 824 Millionen Euro.
Trotz marktbedingt niedriger Zinsen vertrauten die Kunden den drei selbstständigen Kreditgenossenschaften Einlagen im Umfang von 1,39 Milliarden Euro an. Das ist ein Anstieg um 4,08 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sparer bevorzugten wie in den vergangenen Jahren kurzlaufende Anlageformen. Besonders groß sei das Interesse an Wertpapierfonds von Union Investment gewesen, heißt es weiter.
Negative Auswirkungen der EZB-Politik waren im Zinsgeschäft zu spüren. Zwar konnten sie in Teilen durch Wachstum und daraus resultierende zusätzliche Erträge aufgefangen werden. Dennoch sank der Zinsüberschuss im Jahr 2016. Auch das Provisionsergebnis aus der Vermittlung von Finanzprodukten oder der Durchführung des Zahlungsverkehrs konnte die rückläufigen Zinserträge nicht ausgleichen.

“Hochwertige Beratung und Kundennähe - das sind die traditionellen Stärken der Volksbanken und Raiffeisenbanken.” Da sich das Verhalten und die Erwartungen der Bankkunden durch die Digitalisierung ändert, ändern sich auch die Banken mit ihnen. “Wir setzen weiterhin auf unsere Stärken und investieren gleichzeitig in den Ausbau und die Vernetzung des digitalen Angebots”, wird der Vorsitzende des Kreisverbands Neumarkt, Josef Dunkes, zitiert. “Unsere Kunden können Bankgeschäfte dadurch künftig noch schneller, einfacher und bequemer abwickeln. Den Zugangsweg zu ihrer Hausbank - über Computer, Tablet, Telefon oder klassisch über die Filiale - bestimmen sie selbst.”
Für die Leistungen heiße das konkret: Viele Produkte und Angebote könnten online abgeschlossen werden, so zum Beispiel Kontoeröffnungen, Kredite oder Geldanlagen. Auch Serviceaufträge wie Adressänderungen, Anpassung der Freistellungsaufträge oder Lastschriftrückgaben können Kunden schon digital erledigen.
Der elektronische Kontoauszug und das elektronische Postfach ermöglichen dabei eine sichere Kommunikation mit dem Berater. “Die Angebote sparen Zeit, können rund um die Uhr in Anspruch genommen werden und bringen damit einen echten Kundennutzen”, sagt Martin Reindl, der neue Vorstandssprecher der Raiffeisenbank Parsberg-Velburg eG.
“Wir bleiben weiterhin nah an unseren Kunden - mit aktuell 27 Geschäftsstellen und 41 Geldausgabeautomaten, genauso wie mit unserer Präsenz im Internet”, erklärt Klaus Majehrke Vorstand der Raiffeisenbank Berching-Freystadt-Mühlhausen. “Das geänderte Kundenverhalten und das Niedrigzinsumfeld zwingen die Raiffeisenbanken im Landkreis jedoch, ihre Standorte kritisch zu betrachten und eventuell notwendige Optimierungsmaßnahmen vorzunehmen.”