Vertreterversammlung

Bericht aus dem Neumarkter Tagblatt vom 29.06.2017

Der Wille zur Fusion hat Grenzen

Bilanz. Die Raiffeisenbank Parsberg-Velburg will so lange nicht auf dieser Welle mitschwimmen, so lange sich keine passende Gelegenheit einstellt.

Foto: Vatter-Wittl

Von Christine Vatter-Wittl

PARSBERG. Am Montag fand im Burgsaal die diesjährige Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Parsberg-Velburg eG statt. Im Namen des Vorstandes hieß Aufsichtsratsvorsitzender Roland Lehner zunächst die Teilnehmer herzlich willkommen. Nach einem kurzen Jahresrückblick übergab Lehner das Wort an die beiden Vorstände Martin Reindl und Roland Pirzer.
Vorstandssprecher Martin Reindl sprach wegen der Niedrigzinsphase von einer großen Herausforderung: “Der Zinsüberschuss, die Hauptertragsquelle einer Genossenschaftsbank, ist bei der Raiffeisenbank Parsberg-Velburg eG von 3,2 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme im Jahr 1994 auf 1,91 Prozent der dBS im vergangenen Jahr gefallen. In Euro ausgedrückt bedeutet das bei der aktuellen Bilanzsumme unserer Bank 380 Millionen Euro. Das ist ein Ertragsausfall von knapp fünf Millionen Euro.”
Reindl ging auf die Maßnahmen der Raiffeisenbank Parsberg-Velburg eG ein, die bereits getroffen wurden, um die Kosten zu optimieren und alternative Ertragsquellen zu erschließen. So wurde die Filialstruktur den neuen Trends und Anforderungen der Kunden angepasst. Die Filiale in Lupburg wurde geschlossen und in Hohenfels wird nun eine Filiale zusammen mit der Sparkasse betrieben. “Im Bereich der Beratung haben und wollen wir weiter unsere Beratungsdienstleistungen, sowohl im Privat- und Firmenkundengeschäft ausbauen”, kündigte Reindl an. Zur Bestandssicherung des Warengeschäftes und der Diversifizierung wurde in eine neue Getreideanlage bei Batzhausen investiert.
“Größe allein ist kein Allheilmittel”
Martin Reindl ging noch auf die Zukunftsaussichten und verstärkten Fusionsaktivitäten im Genossenschaftsbankenbereich ein: “Unter dem Motto ,Bündelung der Kräfte' versucht man, den Zukunftsanforderungen durch Synergie- und Skaleneffekte besser und erfolgreicher begegnen zu können. Wir sind der Meinung, dass Größe allein kein Allheilmittel ist. Es müssen neben betriebswirtschaftlichen Effekten auch kulturelle und regionale Eigenheiten jedes einzelnen Institutes berücksichtigt werden, um diese Synergien schnell heben zu können. Für uns gibt es keinen Automatismus auf dieser Fusionswelle mitzuschwimmen. Wir werden mögliche sinnvolle und passende Optionen prüfen und weiterverfolgen.”
Trotz des rückläufigen Zinsüberschusses aufgrund der Niedrigzinsphase, konnte Roland Pirzer den Vertretern ein zufriedenstellendes Jahresergebnis präsentieren. So ist die Bilanzsumme auf 380,1 Millionen Euro gestiegen. Das bilanzielle Eigenkapital erhöhte sich auf 46,543 Millionen Euro. Auf weiter hohem Niveau bewegt sich das Kundengesamtvolumen. Hier hat die Bank um 6,7 Prozent zugelegt und erreichte 660,5 Millionen Euro. Bei Kundeneinlagen konnte ein Zuwachs von 0,2 Prozent auf 293,6 Millionen Euro verzeichnet werden.
Eine weiter positive Entwicklung zeige sich auch im Kreditgeschäft, hier kann ein Zuwachs von 19,5% auf 193,4 Millionen Euro verbucht werden. “Bei der neuausgegliederten Waren GmbH reduzierte sich der Warenumsatz im vergangenen Jahr um 12,4 Prozent auf 5,802 Millionen Euro. Für diese Entwicklung waren die deutlich niedrigeren Erzeugerpreise verantwortlich. Die während der Ernte 2016 erfassten Getreidemengen konnten um 14,2 Prozent gesteigert werden. Hier macht sich unsere in Batzhausen neu errichtete Getreideerfassungsanlage bereits positiv bemerkbar”, so Pirzer.
Gute Dividende und Bonus
Die Mitglieder und Eigentümer der Bank erhalten neben der einprozentigen Dividende noch einen individuellen Mitgliederbonus. Hier kann jedes Mitglied in Abhängigkeit zur Intensität der Geschäftsverbindung zur Bank eine Gesamtverzinsung von elf Prozent auf das Geschäftsguthaben erreichen. Im Durchschnitt erreichen die Mitglieder eine Verzinsung von 5,65 Prozent dank Dividende und Bonus.
“Auch 2016 Jahr konnten wieder zahlreiche Vereine sowie soziale und mildtätige Einrichtungen mit Spendengeldern bei ihrer wertvollen Arbeit unterstützt werden. Mit 46 400 Euro erreichte das Spendenvolumen erneut einen Rekordwert”, so Vorstand Pirzer.
Die Aufsichtsratsmitglieder Anton Ferstl und Konrad Maget stellten sich zur Wiederwahl und erhielten dafür ein einstimmiges Votum.

 

Bildunterschrift:
Trotz des Makels Niedrigzinsphase hatten Aufsichtsrat und Vorstand einigen Grund, hier frohe Mienen aufzusetzen. Foto: Vatter-Wittl