Vertreterversammlung

Presseinformtion zur Vertreterversammlung am 19.06.2018

Raiffeisenbank im Jahr 2017 weiterhin auf Wachstumskurs mit zufriedenstellendem Ergebnis

Foto: Raiba-Parsberg-Velburg eG

PARSBERG. Am vergangenen Dienstag fand im Burgsaal in Parsberg die diesjährige Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Parsberg-Velburg eG statt. Der Aufsichtsratsvorsitzende Roland Lehner hieß die Mitgliedervertreter herzlich willkommen. Er zeigte sich sehr erfreut über die Entwicklung der Mitgliederzahlen der Bank. Sie betrug zum Jahresende 2017 5.754 und ging in den letzten Jahren stetig nach oben.

In einer Gedenkminute wurde den verstorbenen Mitgliedern aus dem vergangenem Jahr gedacht. Unter ihnen war auch der Ehrenvorsitzende Ludwig Freitag aus Parsberg, der von 1968 bis 1997 als ehrenamtliches Vorstandsmitglied und Vorstandsvorsitzender für die Bank tätig war.

Nach einem kurzen filmischen Jahresrückblick der gesellschaftlichen und politischen Ereignisse des Jahres 2017 und dem Hinweis auf den 200. Geburtstag des Gründungsvaters Friedrich Wilhelm Raiffeisen in diesem Jahr, übergab Roland Lehner das Wort an die beiden Vorstände Martin Reindl und Roland Pirzer.

Bildunterschrift:
v.l.: Roland Pirzer (Vorstand), Peter Koller (Ausichtsrat), Roland Lehner (Aufsichtsratsvorsitzender), Anton Ferstl (Aufsichtsrat), Franz Penker (Regionaldirektor GVB), Martin Reindl (Vorstandssperecher)

Foto: Raiba-Parsberg-Velburg eG

Foto: Raiba Parsberg-Velburg eG
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Vorstandssprecher Martin Reindl richtete seinen Blick zunächst in die Vergangenheit. Genau 10 Jahre ist die folgenschwere Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers her, die an den internationalen Finanzmärkten eine Kettenreaktion auslöste. Infolgedessen wurden zahlreiche systemrelevante Finanzinstitute in den USA und in Europa  bekanntlich mit milliardenschweren Staatshilfen gerettet. Eine regionale Kreditgenossenschaft wie die Raiffeisenbank Parsberg-Velburg eG ist allerdings nicht systemrelevant und will es auch nicht werden so Reindl. Das bedeutet aber auch, dass insbesondere für die kleinen regionalen Banken eine verantwortungsvolle Geschäftspolitik das A und O ist.

Die Genossenschaftsbanken haben die Finanzkrise nicht verursacht, sondern haben mit dafür gesorgt, dass Deutschland diese Krise so gut gemeistert hat. Dafür treffen die Folgen der Finanzmarktkrise unsere Bank jedoch besonders und in mehrfacher Hinsicht. Eine dieser Folgen ist die extreme Niedrigzinspolitik der EZB, die die Zinsmargen unseres traditionell risikoarmen Geschäftsmodelles dahinschmelzen lässt. Eine weitere Folge ist die Bankenregulierung, die die Bürokratie und die Personalkosten für hochausgebildete Spezialisten vervielfältigt hat. Alleine in unserem Haus sind lt. Reindl seit Ausbruch der Krise schätzungsweise 3-4 Mitarbeiter zusätzlich nötig, um alle neuen Regularien und Meldungen einzuhalten und zu erstellen, ohne dass wir hierfür auch nur einen einzigen Euro an Ertrag generieren können. Dies erhöht auch im Genossenschaftsbereich den Druck größere Einheiten bilden zu müssen, um solche Spezialisten gewinnen und optimal auslasten zu können.
Zu all diesen zusätzlichen Herausforderungen kommt ein sich weiter verschärfender Wett-bewerb in der deutschen Bankenlandschaft hinzu. Neben den traditionellen Bankengruppen gesellen sich Direktbanken, Zahlungsdienstleister und Strukturvertriebe dazu, die zu einem teilweise ruinösen Preiskampf führen. Es ist deshalb ein Trugschluss zu glauben so Reindl, dass sich die Erträge wieder von selbst verbessern, sollten die Zinsen wie erwartet moderat steigen. Wir müssen uns aufgrund der Wettbewerbssituation auf dauerhaft niedrige Margen einstellen und unsere Bank hierfür ausrichten, mit einer schlanken Kostenstruktur, einem modifizierten Geschäftsmodell und mit einer Positionierung, die sich zumindest vom Wettbewerb unterscheidet und für Alleinstellungsmerkmale sorgt.

Es gilt die Digitalisierung für unser Haus zu nutzen. Ein exzellenter Online-Auftritt, digitale Prozesse und Online-Dienstleistungen sind ein Schritt dazu. Gleichzeitig setzen wir aber auf eine hohe Qualität in der Beratung mit komplexen Beratungsdienstleistungen und selbstverständlich nach wie vor auf den persönlichen Kontakt.  Nach dem Motto „Zwischen online und mobile bleibt es menschlich“ wollen wir auch in Zukunft regional präsent und in der Filiale ansprechbar sein so Reindl.

Um diese Herausforderungen zu meistern kann, wie im letzten Jahr schon beleuchtet, ein wirtschaftlicher Zusammenschluss mit einer anderen Genossenschaft Sinn ergeben. Vorstand und Aufsichtsrat werden solche möglichen Optionen sorgfältig prüfen und abwägen, wenn sie sich ergeben sollten. Die Interessen unserer Mitglieder, unserer Kunden und unserer Region stehen dabei aber im Mittelpunkt so Reindl. Wir bewegen uns in einem herausfordernden Umfeld für unsere Bank. Vorstand und Aufsichtsrat haben jedoch eine klare Vorstellung und eine klare Vision, wie die Raffeisenbank Parsberg-Velburg eG auch in Zukunft erfolgreich bestehen kann. Dabei hilft auch die solide Aufstellung mit einer starken Eigenkapitalbasis, eine gute Marktdurchdringung und eine engagierte Mitarbeitermannschaft.

Zum Schluss seines Vortages bedanke sich Vorstandssprecher Martin Reindl bei seinem Vorstandskollegen Roland Pirzer und ehemaligen Kollegen Dieter Betz, beim Aufsichtsrat für die allseits fruchtbare und vertrauensvolle Zusammenarbeit, bei den Mitarbeitern der Bank und Ware für ihr Engagement sowie bei allen Mitgliedern und Kunden für ihre Treue und die gute Zusammenarbeit.

 

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Vorstand Roland Pirzer konnte den Vertretern trotz anhaltender Niedrigzinsphase und in einem Umfeld immer stärkerer Regulierung ein zufriedenstellendes Jahresergebnis präsentieren. Im Verlauf des vergangenen Jahres ist die Bank erneut gewachsen. Die Bilanzsumme konnte auf 395,9 Mio. Euro gesteigert werden. Zum Stichtag 31. Dezember 2017 haben die Kunden der Bank Einlagen in Höhe von 302,4 Mio. Euro anvertraut, was einer Steigerung von 3,0 % entspricht. Erneut positiv verlief die Entwicklung im Kreditgeschäft. Durch eine überdurchschnittliche Steigerung von 8,1 % stieg das Kundenkreditvolumen auf 179,2 Mio. Euro. Die gesamten Ausleihungen konnten sogar um 15,0 % auf insgesamt 222,5 Mio. Euro ausgebaut werden. Damit ist die Bank ein Motor der heimischen Wirtschaft und als Kreditgeber stark gefragt so Pirzer.

Auf weiterhin erfreulich hohem Niveau bewegt sich das Kundengesamtvolumen. Diese Kennzahl gibt die Gesamtheit aller Einlagen und Kredite wieder, inklusive der von der Bank betreuten Produkte ihrer Verbundpartner (z.B. Bausparkasse Schwäbisch Hall, Union Investment etc.). Dieses betreute Kundengesamtvolumen erreichte am Jahresende einen Stand von 720,2 Mio. Euro, was einem Zuwachs von 9,0 % entspricht.

Das sehr positive Kundengeschäft müsste sich auch in den Erträgen widerspiegeln. Leider wird das positive Bild aber durch einen weiter anhaltenden Rückgang der Zinserträge geschmälert. Schuld daran ist die unverändert anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Das Betriebsergebnis konnte trotz der Belastungen aus Regulatorik und Niedrigzinspolitik jedoch weitgehend stabil gehalten werden.

Trotz des nach wie vor herausfordernden Umfeldes im landwirtschaftlichen Warengeschäft konnte im Wirtschaftsjahr 2017 der Umsatz der im Jahr 2016 ausgegliederten Waren GmbH um 5,2 % auf 6.104 Mio. Euro gesteigert werden. Zurückzuführen ist dies auf die deutlich gestiegenen Gesamtmengen.  Die Bauarbeiten für die Erweiterung der Siloanlage in Batzhausen sind inzwischen abgeschlossen, so dass auch diese zusätzlichen Kapazitäten zur anstehenden Ernte bereits genutzt werden können.

Die Mitglieder und Eigentümer der Bank erhalten neben der 1 %-igen Dividende noch einen individuellen Mitgliederbonus. Hier kann jedes Mitglied in Abhängigkeit zur Intensität der Geschäftsverbindung zur Bank eine Gesamtverzinsung von bis zu 11 % auf das Geschäfts-guthaben erreichen. Im Durchschnitt erreichen lt. Pirzer die Mitglieder eine Verzinsung von 5,59 % durch Dividende und Bonus. Eine nach wie vor stattliche Verzinsung vor dem Hintergrund des aktuellen Zinsniveaus und im Hinblick auf Risiko und Ertrag der Geschäftsguthaben.

Auch im vergangenem Jahr konnten wieder zahlreiche regionale Vereine, Schulen und Kindergärten mit einem Spendenvolumen von 46.150 Euro bei ihrer wertvollen Arbeit unterstützt werden.

Im Jahr 2017 nahmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank an 230 Aus- und Fortbildungstagen teil. Dazu kommen die freiwillige Weiterbildung sowie das Training am Arbeitsplatz. Der Vorstand dankt allen Beschäftigten für das Engagement im Berichtsjahr. Ohne diesen Einsatz wäre das Ergebnis nicht möglich gewesen.

 

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Laut Aufsichtsratsvorsitzenden Roland Lehner hat der Genossenschaftsverband Bayern den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk für den Jahresabschluss erteilt. Er zollte allen Beteiligten Anerkennung. Jahresabschluss und Ergebnisverwendung wurden einstimmig genehmigt; auch die Entlastung einstimmig erteilt.

Turnusgemäß scheiden nach 3-jähriger Amtszeit Peter Koller und Roland Lehner aus dem Aufsichtsrat aus. Der Aufsichtsrat hat sich bei ihnen nach der Bereitschaft zur Wiederwahl erkundigt. Beide sind dazu bereit. Herr Koller und Herr Lehner haben in der Vergangenheit großes Engagement gezeigt. Beide stellten sich zur Wiederwahl und wurden einstimmig gewählt. Sie nahmen die Wahl an und bedankten sich für das Vertrauen.

 

Foto: Raiba Parsberg-Velburg eG

Mit der Silbernen Ehrennadel sowie einer Urkunde des Genossenschaftsverbandes Bayern e.V. wurde der langjährige Aufsichtsrat Anton Ferstl geehrt. Die Verleihung dieser Auszeichnung für seine 25-jährige Tätigkeit im Aufsichtsrat nahm der Regionaldirektor des Genossenschaftsverbandes Bayern Franz Penker vor. Er lobte in seiner Laudatio das Wirken von Anton Ferstl, sein langjähriges Engagement und seine Treue.

Mitgliederversammlungen:

Die Mitgliederversammlung für die Bereiche Parsberg, Lupburg und Hohenfels findet am Mittwoch, den 4. Juli 2018 im Gasthaus Nutz in Hamberg statt. Für die Bereiche Velburg und Seubersdorf ist Donnerstag, der 5. Juli 2018 im Gasthaus zur Adelburg in Hollerstetten vorgesehen. Neben den Geschäftszahlen werden die Mitglieder jeweils zum aktuellen Thema „Vorsicht Falle – Trickbetrüger unterwegs“ von Kriminalhauptkommissar Otto Freisleben informiert. Hierzu sind die Mitglieder herzlich eingeladen, Karten gibt es in den jeweiligen Geschäftsstellen.